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Die molekulare Klassifikation von Brustkrebs bleibt eine zentrale Herausforderung, um Patientinnen besser zu stratifizieren und therapeutische Entscheidungen zu lenken. In diesem Zusammenhang befasste sich die vorliegende Arbeit mit zwei mikrotubuli-assoziierten Proteinen: EB1, kodiert durch das Gen MAPRE1 und an der Bindung an das Ende der Mikrotubuli beteiligt, sowie ATIP3, kodiert durch das Gen MTUS1, das als negativer Regulator von EB1 wirkt. Die untersuchte Hypothese lautete, dass die kombinierte Analyse der Expression dieser beiden Biomarker – anstelle ihrer isolierten Betrachtung – die Diagnose und Prognose der Erkrankung verbessern könnte.

Um den diagnostischen Wert von MAPRE1 zu ermitteln, nutzten die Autoren Splicing-Array-Analysen an 45 benignen und 120 malignen Brusttumoren. Der prognostische Teil beruhte auf transkriptomischen Analysen (Affymetrix-U133-Array), die an einer explorativen Kohorte von 150 invasiven Mammakarzinomen durchgeführt und anschließend an zwei unabhängigen Serien von 130 und 155 Proben bestätigt wurden, wobei die molekularen Daten systematisch den klinischen Parametern der Patientinnen gegenübergestellt wurden. Schließlich wurde ein Gewebe-Array aus einer unabhängigen Kohorte von 212 invasiven Tumoren einer Immunmarkierung mit gegen EB1 und ATIP3 gerichteten Antikörpern unterzogen, um die Beobachtungen auf Proteinebene zu validieren.

Die Ergebnisse bestätigen, dass MAPRE1 sowohl einen diagnostischen als auch einen prognostischen Marker für Brustkrebs darstellt. Eine hohe Expression von MAPRE1 ist mit tumoraler Malignität, einem hohen histologischen Grad und einem ungünstigen klinischen Verlauf assoziiert. Vor allem zeigt die kombinierte Analyse, dass eine Signatur, die ein hohes Niveau von MAPRE1 mit einem niedrigen Niveau von MTUS1 verbindet, signifikant mit tumoraler Aggressivität und einem verkürzten Überleben der Patientinnen zusammenhängt. Die multivariate Analyse verdeutlicht die Robustheit dieser Kombination: In der transkriptomischen Kohorte war das Profil „Cluster 3" (MAPRE1 hoch / MTUS1 niedrig) im Vergleich zu den anderen Gruppen mit einem erhöhten Risiko assoziiert (Hazard Ratio von 3,5; p = 0,015), während die Expression von MAPRE1 allein in der multivariaten Analyse ihre Signifikanz verlor. Die immunhistochemischen Untersuchungen bestätigten diese Tendenzen: Das Proteinprofil EB1 hoch / ATIP3 niedrig korrelierte mit einer höheren Mortalität.

Diese Arbeit unterstreicht somit den Nutzen, die kombinatorische Expression der Gene und Proteine EB1 und ATIP3 zu untersuchen, anstatt jeden Biomarker einzeln zu betrachten. Die Autoren identifizieren eine Population besonders aggressiver Mammatumoren, die durch ein Profil mit hohem EB1 / niedrigem ATIP3 gekennzeichnet ist und bei der Entwicklung neuer molekularer Therapien berücksichtigt werden könnte.