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Die funktionelle Organisation des Frontallappens bleibt ein umstrittenes Thema. Die Modelle unterscheiden sich darin, ob sie breit angelegte funktionelle Unterteilungen, großskalige Netzwerke oder feine lokale Spezialisierungen in den Vordergrund stellen. Mehrere neurokognitive Konzepte haben versucht zu erklären, wie die Interaktionen zwischen dem cingulären Kortex und den lateralen frontalen Regionen an der Entscheidungsfindung und der kognitiven Kontrolle beteiligt sind, doch ihre neuroanatomischen Grundlagen blieben unzureichend definiert. Die Dynamik kognitiver Prozesse beruht nämlich sowohl auf den intrinsischen Besonderheiten der lokalen neuronalen Mikroschaltkreise als auch auf den strukturellen Eigenschaften der großen zerebralen Netzwerke – zwei Organisationsebenen, die oft getrennt untersucht werden, obwohl sie gemeinsam zur Funktion beitragen.

Um diese anatomischen Grundlagen zu klären, charakterisierten die Autoren detailliert die funktionelle Konnektivität zwischen den cingulären und den lateralen frontalen Regionen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), die im Ruhezustand beim Rhesusaffen erfasst wurde. Die Analyse konzentrierte sich auf die Konnektivität des rostralen Teils des Sulcus cinguli mit dem lateralen frontalen Kortex, wobei ein datengetriebener Ansatz mit einem Ansatz über Regions of Interest (Seed-basierte Analyse) kombiniert wurde.

Diese beiden Methoden ließen drei abgrenzbare Cluster innerhalb des Sulcus cinguli hervortreten, die entlang der rostro-kaudalen Achse organisiert sind. Das anteriore Cluster weist eine erhöhte funktionelle Konnektivität mit den anterioren lateralen präfrontalen Regionen auf; das mediane Cluster verbindet sich bevorzugt mit den lateralen frontalen motorischen Kortexarealen für Gesicht und Augen; das posteriore Cluster ist stärker mit dem lateralen frontalen motorischen Kortex für die Hand gekoppelt. Die Autoren belegen darüber hinaus, dass die Lokalisation dieser drei Cluster bei jedem Individuum anhand morphologischer Landmarken vorhergesagt werden kann. Auf dieser Grundlage schlagen sie vor, dass das anteriore Cluster dem cingulären anterioren Kortex im eigentlichen Sinne entspricht, während die weiter posterior gelegenen Cluster den cingulären motorischen Arealen für Gesicht-Auge und Hand entsprechen, die innerhalb des anterioren mittleren cingulären Kortex liegen.

Diese Arbeit liefert somit einen kohärenten Rahmen zur Identifizierung der cingulären Subregionen anhand ihrer funktionellen Konnektivität und ihrer lokalen Organisation, indem sie die Spezialisierung der Mikroschaltkreise mit ihrer Einbindung in weiter ausgedehnte frontale Netzwerke in Verbindung bringt. Durch die Erstellung einer reproduzierbaren und auf individueller Ebene vorhersagbaren Kartierung bietet die Studie einen nützlichen anatomisch-funktionellen Bezugspunkt, um die Rolle des cingulären Kortex bei der Handlungskontrolle und der Kognition zu interpretieren.