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Präeklampsie ist eine hypertensive Schwangerschaftskomplikation, die 3 bis 5 % der schwangeren Frauen betrifft und weiterhin mit einer erheblichen maternalen und fetalen Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Trotz umfangreicher Forschung bleiben ihre ätiopathogenetischen Mechanismen unzureichend verstanden. Heute ist anerkannt, dass eine frühe Störung der Plazentation, gekennzeichnet durch ein unzureichendes vaskuläres Remodeling und eine fehlerhafte Invasion des Myometriums durch die extravillösen Trophoblastzellen, zu einer plazentaren Dysfunktion führt, die mit Hypoxie- und Reoxygenierungsvorgängen einhergeht. Diese Dysfunktion bewirkt die Freisetzung verschiedener Faktoren in den maternalen Kreislauf, die für die endothelialen Schädigungen verantwortlich sind, die die Erkrankung charakterisieren.

In diesem Zusammenhang haben sich die Autoren mit CORIN befasst, einer transmembranären Typ-II-Serinprotease, die hauptsächlich in Kardiomyozyten exprimiert wird, wo sie das pro-atriale natriuretische Peptid in das aktive Peptid umwandelt, ein Herzhormon, das an der Regulation der Herzfunktion und des Blutdrucks beteiligt ist. Erhöhte Werte von löslichem CORIN waren bei Präeklampsie berichtet worden, wobei ein kardialer Ursprung angenommen wurde. Die hier untersuchte Hypothese ist eine andere: Die lösliche Form werde während der Schwangerschaft vom Synzytiotrophoblasten freigesetzt, und ihre Erhöhung bei Präeklampsie stamme aus der Plazenta. Um dies zu prüfen, wurden die Plasmaspiegel von löslichem CORIN mittels enzymgekoppeltem Immunadsorptionsverfahren bei 375 Patientinnen gemessen (181 Präeklampsiefälle und 194 Kontrollen), während die Expression und Sekretion des Proteins in in vitro differenzierten primären villösen Zytotrophoblasten und in Plazentaexplantaten mittels quantitativer RT-PCR, Western Blot und Immunhistochemie analysiert wurden.

Die Ergebnisse bestätigen signifikant höhere Plasmaspiegel von löslichem CORIN bei präeklamptischen Patientinnen als bei Kontrollen, sowohl bei frühen als auch bei späten Formen. Die zelluläre Analyse zeigt, dass CORIN von den Trophoblastzellen exprimiert und sezerniert wird, vor allem vom Synzytiotrophoblasten: Die mRNA-Expression ist dort stärker als in den villösen Zytotrophoblasten, und nur die gespaltene Form des Proteins von etwa 60 kDa wird sezerniert. Schließlich produzieren und sezernieren Plazentagewebe und -explantate aus präeklamptischen Schwangerschaften signifikant mehr CORIN als solche aus unkomplizierten Schwangerschaften.

Diese Studie ist die erste, die nachweist, dass CORIN vom Synzytiotrophoblasten sezerniert wird und dass die Erhöhung des löslichen CORIN bei Präeklampsie einen plazentaren Ursprung hat. Da diese Zellen in direktem Kontakt mit dem maternalen Blut stehen, erscheint die Plazenta als eine neue Quelle des zirkulierenden löslichen CORIN. Wie bei anderen Markern der Erkrankung würde diese Erhöhung die plazentare Dysfunktion widerspiegeln. Die Autoren betonen jedoch, dass die mögliche mechanistische Rolle von löslichem CORIN noch zu klären bleibt: Seine Erhöhung könnte einem kompensatorischen Mechanismus entsprechen oder aber lösliches CORIN zu einem bloßen Marker der plazentaren Dysfunktion machen, ohne direkte Rolle in der Pathologie.