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Das kolorektale Karzinom zählt zu den häufigsten Ursachen krebsbedingter Sterblichkeit weltweit, und seine Prognose verschlechtert sich deutlich, wenn es mit Metastasen einhergeht, insbesondere Lebermetastasen. Die chirurgische Resektion von Lebermetastasen in Kombination mit einer systemischen Therapie bietet bestimmten ausgewählten Patienten eine Fünf-Jahres-Überlebensrate in der Größenordnung von 50 bis 60 %. Dennoch bleibt das Rezidiv sehr häufig: Es tritt bei bis zu 70 % der in kurativer Absicht operierten Patienten auf, und etwa die Hälfte erleidet innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Hepatektomie einen Rückfall. Die frühzeitige Identifizierung von Patienten mit hohem Rezidivrisiko stellt daher eine bedeutende klinische Herausforderung dar, die das Vorhandensein von konsensbasierten und gut charakterisierten Biomarkern voraussetzt.

Um dieser Frage nachzugehen, führten die Autoren eine retrospektive Analyse von 221 Patienten durch, bei denen nach unterschiedlichen präoperativen Therapien eine kurative Resektion von 582 Metastasen erfolgt war. Jedes Operationspräparat wurde einer Bewertung unterzogen, die klinisch-pathologische Parameter, den RAS-Mutationsstatus des Tumors und den konsensbasierten Immunoscore einbezog, welcher die Tumorinfiltration durch T-Lymphozyten und zytotoxische T-Lymphozyten quantifiziert. Das Gesamtüberleben und die Zeit bis zum Rückfall wurden nach der Kaplan-Meier-Methode geschätzt, und die prognostischen Faktoren wurden mittels Cox-Modellen in uni- und multivariaten Analysen untersucht.

In der multivariaten Analyse waren der Immunoscore und mehrere klinisch-pathologische Parameter – Anzahl der Metastasen, Resektionsrand, histopathologisches Wachstumsmuster und Steatohepatitis – mit dem Rückfall assoziiert. Auf Grundlage der relevantesten Faktoren erstellten die Autoren einen kombinierten pathologischen Score. Dieser Score und der Immunoscore erwiesen sich als prognostisch für die Zeit bis zum Rückfall: Die Zwei-Jahres-Rezidivrate erreichte 20,9 % bei einem ungünstigen pathologischen Score (2–4) gegenüber 49,8 % bei einem günstigen Score (0–1); sie belief sich auf 25,7 % bei einem Immunoscore von null gegenüber 60 % bei einem hohen Immunoscore (3–4). Der Immunoscore blieb darüber hinaus die wichtigste Determinante des Gesamtüberlebens, wobei der RAS-Mutationsstatus in geringerem Maße dazu beitrug. Patienten, die einen günstigen pathologischen Score und einen hohen Immunoscore aufwiesen, hatten das niedrigste Rezidivrisiko.

Die Autoren betonen, dass die Steatohepatitis, ein bedeutender Beitragsfaktor zum pathologischen Score, sich unabhängig von ihrer Ursache als prognostisch ungünstig erwies, ohne Assoziation mit Irinotecan, sondern eher mit einem metabolischen Syndrom oder Adipositas. Sie merken außerdem an, dass das pathologische Ansprechen, das bei behandelten Patienten üblicherweise prognostisch ist, in dieser nicht selektierten Kohorte unabhängig von der präoperativen Therapie seine Bedeutung verlor. Die wesentliche Einschränkung bleibt der retrospektive Charakter der Studie, was künftige Validierungsarbeiten rechtfertigt. Zusammenfassend ermöglicht die umfassende pathologische und immunologische Bewertung der Metastase und des umgebenden Leberparenchyms eine Stratifizierung der Prognose von Patienten mit kolorektalem Karzinom im Stadium IV, wobei die Kombination aus pathologischem Score und Immunoscore zur klinischen Entscheidungsfindung nach der Resektion beiträgt und der Immunoscore der entscheidende Faktor für das Gesamtüberleben bleibt.