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Rituximab, ein Antikörper gegen das auf der Oberfläche von B-Lymphozyten exprimierte Antigen CD20, stellt seit mehreren Jahren eine Erstlinienstrategie bei B-Lymphozyten-vermittelten Autoimmunerkrankungen dar. Durch die Depletion dieser Zellen zielt er darauf ab, die Produktion der für die Erkrankung verantwortlichen Autoantikörper zu unterdrücken. Allerdings spricht ein erheblicher Anteil der Patienten nicht auf die Behandlung an oder erleidet bei der Rekonstitution des B-Lymphozyten-Kompartiments einen Rückfall. Die zellulären Grundlagen dieser Rückfälle innerhalb der sekundären lymphatischen Organe waren beim Menschen aufgrund des fehlenden Zugangs zu diesen Geweben nur unzureichend verstanden. Die Autoren nutzten eine besondere klinische Situation: die therapeutische Splenektomie bei Patienten mit rezidivierender Immunthrombozytopenie, die einen Zugang zur Milz, einem bedeutenden lymphatischen Organ, ermöglicht.

Durch die Analyse des Immunglobulingen-Repertoires der B-Lymphozyten und Plasmazellen, sowohl in der Gesamtheit als auch auf der Ebene einzelner antigenspezifischer Zellen, weist das Team nach, dass die Rückfälle auf zwei innerhalb der splenischen Keimzentren koexistierenden Reaktionen beruhen. Die erste betrifft präexistierende, bereits mutierte Gedächtnis-B-Lymphozyten, die die Behandlung mit Rituximab überlebt haben; die zweite bezieht naive B-Lymphozyten ein, die im Zuge der Rekonstitution des B-Kompartiments neu rekrutiert werden. Klone, die spezifisch für das Glykoprotein GPIIbIIIa sind – das charakteristische autoimmune Zielantigen der Immunthrombozytopenie –, wurden in beiden Populationen nachgewiesen, was ihren pathogenen Charakter bestätigt.

Um die der Depletion entgangenen Gedächtnis-B-Lymphozyten zu charakterisieren, untersuchten die Forscher refraktäre Patienten, die zum Zeitpunkt der Depletion nicht ansprachen. Die Einzelzell-RNA-Sequenzierung offenbarte eine Population ruhender splenischer Gedächtnis-B-Lymphozyten mit einem eigentümlichen, durch Rituximab geprägten, jedoch reversiblen Phänotyp: eine verminderte Expression B-Lymphozyten-spezifischer Faktoren sowie die Expression von das Zellüberleben fördernden Genen. Diese Rituximab-resistenten autoreaktiven Zellen reaktivieren sich, sobald das Molekül eliminiert ist, bringen Plasmazellen hervor und nähren neue Reaktionen innerhalb der Keimzentren.

Ein entscheidender Punkt liegt darin, dass diese resistenten Gedächtnis-B-Lymphozyten die Oberflächenexpression des Antigens CD19 beibehalten. Die Autoren zeigen, dass sie somit in vitro durch Anti-CD19-CAR-T-Zellen eliminiert werden können, wodurch sie zu zugänglichen Zielen für die derzeit verfügbaren Anti-CD19-Therapien werden. Diese Studie identifiziert damit einen zellulären Beitragenden zur Persistenz von Autoimmunerkrankungen, der durch bestehende therapeutische Wirkstoffe erreicht werden könnte.