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Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung multifaktorieller Genese, die überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Er ist gekennzeichnet durch die Bildung von Autoantikörpern gegen nukleäre Antigene, deren Ablagerungen eine Entzündung hervorrufen, die verschiedene Organe betreffen kann, insbesondere die Gelenke, die Haut, das zentrale Nervensystem und die Nieren. Die Lupusnephritis, die bei etwa 30 bis 50 % der Patienten beobachtet wird, stellt eine der schwersten Manifestationen der Erkrankung dar: Zwischen 5 und 20 % der betroffenen Patienten entwickeln innerhalb von zehn Jahren nach der Diagnose eine terminale Niereninsuffizienz, was den Einsatz eines Nierenersatzverfahrens erforderlich macht. Nun ist seit Langem bekannt, dass die Lupusaktivität nach Einleitung einer Erhaltungsdialyse tendenziell abnimmt. Die immunologischen Mechanismen dieses Rückgangs sind jedoch nach wie vor unzureichend verstanden, und die Entscheidung, eine Basistherapie fortzuführen oder abzubrechen, bleibt heikel: Eine unangemessene Wahl birgt entweder das Risiko von Krankheitsschüben oder ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Um diese Fragen zu klären, unternahmen die Autoren eine detaillierte immunologische Charakterisierung von Lupuspatienten unter Dialyse, unabhängig davon, ob sie hinsichtlich der Erkrankung aktiv oder inaktiv waren. Mithilfe einer multiparametrischen Durchflusszytometrie wurde eine umfassende Immunphänotypisierung an Blutproben von 47 hämodialysierten Lupuspatienten, 10 nicht dialysierten Patienten mit aktiver Lupusnephritis, 6 nicht dialysierten Patienten mit einer Vorgeschichte von Lupusnephritis, die sich derzeit in Remission befanden, sowie 20 gesunden Probanden, die als Kontrollen dienten, durchgeführt. Die Hämodialyse-Gruppe umfasste 16 Patienten mit inaktiver Erkrankung, 22 mit anhaltend niedriger Aktivität (nichtrenaler SELENA-SLEDAI-Score ≤ 4) und 9 Patienten mit hoher Aktivität. Eine Diskriminanzanalyse mit zwölf zellulären Variablen ermöglichte es, den Zusammenhang zwischen Immunsignaturen und Lupusaktivität zu validieren.

Die Arbeiten zeigen, dass dialysierte Patienten mit hoher Aktivität ebenso wie aktive nicht dialysierte Patienten eine charakteristische Kombination aufweisen: eine Zunahme zirkulierender „atypischer naiver" B-Lymphozyten (CD19hi CD27–), von Plasmablasten und von entzündlichen CD16+-Monozyten, verbunden mit einer Basopenie. Die Analyse ordnet zudem die Patienten mit niedriger Aktivität (≤ 4) den inaktiven Patienten und denjenigen in Remission zu; einige von ihnen wären in Wirklichkeit einem serologisch aktiven, jedoch klinisch stummen Lupus zuzuordnen, was einer inaktiven Erkrankung entspricht.

Auf dieser Grundlage schlagen die Autoren einen einfachen immunphänotypischen Ansatz vor, der auf der durchflusszytometrischen Quantifizierung von vier leicht identifizierbaren Leukozytenpopulationen beruht, als objektiven Biomarker der Lupusaktivität bei hämodialysierten Patienten, insbesondere dann, wenn die klinischen Manifestationen nicht krankheitsspezifisch sind. Sie betonen, dass diese Strategie in unabhängigen Kohorten bestätigt werden muss, bevor ihr klinischer Nutzen für dialysierte und nicht dialysierte Patienten validiert werden kann.