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Proteine handeln selten allein. Ihre Wechselwirkungen zu detektieren, zu validieren und zu kartieren – Partner eines Komplexes, Vermittler eines Signalwegs, transienter Zusammenschluss – steht im Zentrum der mechanistischen Biologie. Komplementäre Methoden – biochemische, genetische und bildgebende – erlauben es, von einer Interaktionshypothese zu einem Beweis zu gelangen.

Prinzip und Ablauf

Die Co-Immunpräzipitation (Co-IP) fängt ein Zielprotein mithilfe seines an Beads gebundenen Antikörpers ein und identifiziert dann die kopräzipitierten Partner durch Immunoblot (bekannter Partner) oder durch Massenspektrometrie (unbekannter Partner). Der Pull-down beruht auf einem gereinigten oder markierten Köderprotein (His, GST, GFP-Trap). Das Hefe-Zwei-Hybrid-System (Y2H) detektiert binäre Interaktionen in vivo. Das PLA und das FRET/FLIM hingegen visualisieren eine molekulare Nähe in situ.

Varianten und Optionen

Je nach Frage: endogene Co-IP (native Komplexe), Pull-down (direkte Interaktion), AP-MS (großmaßstäbliches Interaktom), Y2H (binäres Screening), PLA (in situ, an Zellen oder Geweben), FRET/FLIM (Dynamik), BLI oder SPR (Affinität und Kinetik). Diese Ansätze kombinieren sich: Ein durch Y2H oder AP-MS nahegelegter Partner sollte durch Co-IP, PLA oder Affinitätsmessung bestätigt werden.

Wann und warum diese Techniken

Diese Methoden kommen ins Spiel, sobald eine Interaktionshypothese etabliert oder widerlegt werden soll: die Partner eines Proteins identifizieren, einen vermuteten Komplex validieren, eine Affinität messen oder eine Interaktion in der Zelle lokalisieren. Das Y2H offenbart binäre Interaktionen, auch transiente; das AP-MS berichtet über stabilere Ko-Komplexe, ohne deren interne Topologie anzugeben; die Co-IP bestätigt eine Assoziation in ihrem zellulären Kontext.

Jede Methode hat ihren blinden Fleck. Die Co-IP verliert schwache oder transiente Interaktionen bei Lyse und Waschungen und unterscheidet nicht zwischen direkt und indirekt; das Y2H ist anfällig für Falsch-Positive wie Falsch-Negative, arbeitet außerhalb des endogenen Kontexts und verpasst oft die von einer posttranslationalen Modifikation abhängigen Interaktionen; das AP-MS erzeugt abundanzbedingte Falsch-Positive; jede Fusionsmarkierung kann die Bindungsstelle stören. Daher die Regel: eine Interaktion durch mindestens eine orthogonale Methode validieren.

Die Expertise von Inovarion

Inovarion seziert Proteininteraktionen, vom biochemischen Beweis bis zur In-situ-Validierung. Ihre Publikationen belegen dies: Zwei-Hybrid, His-Tag-Pull-down, GFP-Trap und PLA legten die direkte SLX4-RTEL1-Interaktion offen, die die DNA-Replikation schützt; Co-IP (GFP-Trap) und FRET-FLIM etablierten den Zusammenschluss des Rezeptors FcγRI mit der Kinase Syk auf endosomalen Signalplattformen, essenziell für die antikörperabhängige Zytotoxizität; und die Co-Immunpräzipitation gekoppelt mit Massenspektrometrie offenbarte, dass der Gerinnungsfaktor X im Komplex mit Pentraxin-2 zirkuliert. Die gewählten Methoden und ihre Überschneidung richten sich nach der Art der Interaktion und ihrem Kontext.

Siehe auch: Proteomik & Massenspektrometrie; Bildgebung & quantitative Mikroskopie; CRISPR & funktionelle Genomik.

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Wichtige Publikationen

  1. Takedachi et al. SLX4 interacts with RTEL1 to prevent transcription-mediated DNA replication perturbations. Nature Structural & Molecular Biology, 2020. Eintrag → · PubMed
  2. Benadda et al. Activating FcγR function depends on endosomal-signaling platforms. iScience, 2023. Eintrag → · PubMed
  3. Muczynski et al. Complex formation with pentraxin-2 regulates factor X plasma levels and macrophage interactions. Blood, 2017. Eintrag → · PubMed